PRESSEBERICHTE ZUR KEHLER MOSCHEE

 

 
 

Bisher bekannte Pressebereichte zur "Kehler Moschee"  durch unseren Kreisverband zusammengetragen. Bilden Sie sich selbst Ihr Urteil!

 
 

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03.07.2007 Baden-Online

Spatenstich Kehler Moschee

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich am Sonntag ist die 1. Etappe für den Bau der Kehler Moschee vollzogen. 

Noch vor einigen Jahren hätte niemand gedacht, dass in Kehl, einer Stadt mit rund 34 000 Einwohnern, solch eine Gebetsstätte entstehen würde. Nach mehrmaligem Umzug hatten, die moslemische Gemeinde ein kleines Gebetshaus in der alten Zollstraße gefunden. Doch immer mehr Gläubige kamen und das Bedürfnis wuchs, die Gebetsräume zu vergrößern. Nach jahrelangen Planungen, Arbeiten und Verhandlungen genehmigte die Stadt Kehl den Bau einer neuen Gebetsstätte. Das Warten hat sich für die Kehler Muslime gelohnt, hinter dem Bahnhof soll das Gotteshaus entstehen – eine Moschee mit Minarett.
Das auf 1,1 Millionen Euro veranschlagte Gebäude soll mit Spenden und Krediten von Mitgliedern finanziert werden. Mit Kehl wird es künftig 112 Moscheen in Deutschland geben, 15 weitere seien in Planung, hieß es.
Der Bau ist für den Islamischen Kulturverein in Kehl ein großer Erfolg. Zum Spatenstich am Sonntag kamen viele Gläubige und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens (wir berichteten gestern). Zwischen dem Bahnhofsparkplatz und der ehemaligen Großherzog-Friedrich-Kaserne weist eine riesige Grube auf das künftige Gebäude hin, ein Schild mit dem Moschee-Entwurf begrüßt die Besucher.


Einige Grußredner waren zum Anlass am Sonntag eigens aus der Türkei angereist. Auch Kehler Stadträte, Kirchen- und Polizeivertreter nahmen an der Zeremonie teil. Nach dem Abspielen der türkischen und deutschen Nationalhymne hieß Bekir Alboga, Beauftragter für Interreligiösen Dialog der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), die Gäste sowie Bürgermeisterin Astrid Groß-Königs als Vertreterin der Stadt willkommen. Der Kehler Imam Halil Ibrahim Yaylal rezitierte aus dem Koran und spendete den Segen.
»Die neue Moschee wird für viele Gemeindemitglieder aus Kehl und Umgebung, die sich in Deutschland integriert und teilweise die deutsche Staatsangehörigkeit haben, eine wichtige religiöse und kulturelle Anlaufstelle sein, in der ein toleranter Islam gelehrt werden soll«, betonte Murat Altintas, Vorsitzender des Islamischen Kulturvereins in Kehl. Er freute sich auf die künftige Zusammenarbeit mit den christlichen Gemeinden in der Stadt.
Bürgermeisterin Astrid Groß-Königs, einzige Frau in der Gruppe der offiziellen Gäste, erinnerte an die lange Vorgeschichte der Moschee und wies darauf hin, dass der ursprüngliche Standort mitten in einem reinen Wohngebiet voraussichtlich zu »Nutzungskollisionen« geführt hätte. Gemeinsam mit der muslimischen Gemeinde habe die Stadt mit Nachdruck nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht und mit dem neuen Grundstück auch gefunden: Es sei optimal eingebunden was Parkplätze anbetrifft wie die Erreichbarkeit per Bahn und mit dem Bus. »Wir sind froh, dass es so weit gekommen ist und hoffen nun, dass wir bald die Einweihung gemeinsam feiern können«, so Groß-Königs.


Der Vorsitzende des Arbeitskreises »Christen und Muslime«, Erich Jais, überbrachte die guten Wünsche der katholischen und evangelischen Gemeinden in Kehl. Er zeigte sich froh für die muslimische Gemeinschaft in Kehl, dass diese ein neues, würdiges Zuhause gefunden hat.
Bereicherung für Kehl »Endlich ist es soweit – diesen Tag haben nicht nur viele Muslime, sondern auch viele Christen aus Kehl erwartet. Die Moschee soll nicht nur schön, sondern ein Raum des Gebetes sein, wo Menschen Gott ihr Herz öffnen«. Jais bezeichnete die Moschee als eine Bereicherung für die Stadt, die die Möglichkeit eröffnet, anderen Religionen zu begegnen.


Sadi Arslan, Vorsitzender der Ditib, sowie von den Religionsattachés der türkischen Regierung, Niyazi Gunes und Mehmet Bekaroglu, hielten ebenfalls Ansprachen beim ersten Spatenstich.

 

09.08.2006 Baden-Online


Kehl. Die Geduld hat sich für den Islamischen Verein gelohnt. Die Baugenehmigung für die Moschee liegt vor. Murat Altintas, Vorsitzender des Vereins und damit Bauherr in spe, spricht von großer Freude bei den Moslems in der Rheinstadt. Damit hat das lange Warten endlich ein Ende. 
Seit 1999 beschäftigt sich der Verein mit dem Projekt »Gotteshaus in Kehl« – zuerst sollte in der Kreuzmatt das mittlerweile abgerissene Kino der französischen Streitkräfte ein Ort des Gebets werden, was der Verein 2000 der Stadt vortrug. 
Nachdem das auch aufgrund zu geringer Parkkapazität gescheitert war, dürfte es am neuen Standort keine solche Probleme geben: Die Moschee soll beim Parkplatz zwischen Bahnhof und Kaserne entstehen. Nach Altintas’ Worten soll noch in diesem Jahr der Bau beginnen, nun muss er die Unterlagen dem Architekten zukommen lassen. 
Nach den Ferien will der Verein das Gelände auf Kampfmittel untersuchen lassen, die Entwässerung klären und die Baustatik beibringen. »Wir hoffen alle, dass es dann mit dem roten Punkt schnell geht«, sagt der Vereins-Chef. 
Der Islamische Verein will das auf 1,1 Millionen Euro veranschlagte Gebäude mit Spenden und Krediten von Mitgliedern finanzieren. Wenn gebaut wird, fließen auch die Spenden, sagt Altintas. Bankkredite lehnt er für eine Moschee ab. Die rund 500 zum Verein gehörenden Menschen sollen selbst Kosten sparend anpacken. Altintas kündigt außerdem an, dass das alte Vereinsgebäude in der Alten Zollstraße verkauft wird. Ein finanzieller Grundstock sei noch aus den Zeiten der Kino-Planung vorhanden. 

 

  08.08.2006 Baden-Online


Kehl (red/wab). Wann die Bagger anrollen können, hängt nun vom Islamischen Verein ab: Wenn er die Prüfstatik für den Kuppelbau mit seinen beiden 31 Meter hohen Minaretten sowie eine Überprüfung des Geländes auf Kampfmittel und eine Entwässerungsgenehmigung der Technischen Dienste Kehl vorlegt, wird die Baufreigabe erteilt, erklärt der Leiter der Baurechtsabteilung, Ulrich Adrion. 
Das 2112 Quadratmeter große Grundstück, das der islamische Verein 2005 von der Stadt erworben hat, schließt sich direkt an den Park & Ride-Platz hinter dem Bahnhof an. Das Gebäude mit 882 Quadratmetern Nutzfläche wird nicht ganz parallel zum Bahngelände errichtet, sondern leicht in südöstliche Richtung gedreht, um die Ausrichtung nach Mekka zu erreichen. Die Minarette zeigen Richtung Kasernengelände, Männer und Frauen haben von Norden her getrennte Zugänge, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. 
Im Erdgeschoss befindet sich neben dem Waschplatz und den Toiletten ein 86 Quadratmeter großer Teeraum, der zum Jugendraum (65 Quadratmeter) hin geöffnet werden kann. Ebenfalls ebenerdig erreichbar ist der in östlicher Richtung an die Moschee angebaute Laden mit 56 Quadratmetern Fläche. Das erste Obergeschoss wird vom Gebetsraum der Männer (235 Quadratmeter) dominiert. 
Wohnung für Imam
Daneben gibt es eine Teeküche und einen Schulungsraum für Frauen. Über dem Jugendraum ist die Wohnung für den Imam untergebracht. Das zweite Obergeschoss besteht im wesentlichen aus einer Galerie über dem Gebetsraum der Männer, die den Frauen zum Gebet vorbehalten ist. 
Das Gebäude ist teilweise unterkellert. Im 72 Quadratmeter großen Untergeschoss befindet sich der Maschinenraum für den Aufzug, der Aufzugsschacht sowie der Technikraum für die Heizung. Aufenthaltsräume gibt es keine. Aufzug und Einbau einer behindertengerechten Toilette waren Baurechtsauflagen für barrierefreie öffentliche Gebäude, erläutert Ulrich Adrion. 
Die Stadt hat damit das Baugesuch genehmigt, das der islamische Verein am 8. Februar bei der Stadt Kehl eingereicht hat. Am 22. Februar verlangte der Gemeinderat eine Änderung: Eine Fluchttreppe vom Flachdach des Laden-Anbaus störte die Räte deshalb, weil sie fürchteten, das Dach könnte als Terrasse benutzt werden. Nachdem die Fluchttreppe aus den Zeichnungen entfernt worden war, ermächtigte der Umwelt- und Technikausschuss die Verwaltung am 15. Februar die Baugenehmigung zu erteilen. Somit endet eine jahrelange Diskussion. 

 

 
  Bericht von Jürgen Lorey

Zum Gespräch gibt es keine Alternative

In Kehl erhitzt der geplante Bau einer Moschee die Gemüter 

Der islamische Verein in Kehl will das ehemalige französische Kino zu einem Kulturzentrum mit Gebetshaus einschließlich Kuppel und Minarett umbauen. Der Gemeinderat stimmte dem Baugesuch grundsätzlich zu. In der Bevölkerung gibt es aber Proteste. Die Kirchen versuchen, das Gespräch zwischen Christen und Muslimen in Gang zu bringen.

Die Unterschriftenlisten, die zurzeit in einigen Metzgereien und Bäckereien in der badischen Grenzstadt Kehl ausliegen, sind eindeutig: „Deutschland soll christlich bleiben!“ – Die Vorderseite zeigt ein Foto des ehemaligen französischen Kinos im Stadtteil Kreuzmatt, auf dem die Umrisse einer Moschee mit Minarett eingezeichnet sind. Auf dem angehefteten Flugblatt warnt die „Christliche Mitte“ in plakativ-reißerischer Art vor dem Horrorszenario einer drohenden Islamisierung in Deutschland: „Der Verfassungsschutz warnt: Der Islamismus könnte das Sicherheitsproblem Nummer eins in Deutschland werden.“
Mit dem Flugblatt protestieren Kehler Bürger gegen den geplanten Bau eines türkischen Kulturzentrums mit Gebetshaus. Bauherr ist der Islamische Verein Kehl, der bereits im Sommer 1999 das ehemalige französische Kino für 450 000 Mark von der Bundesverwaltung kaufte. Das Kino befindet sich in einem Stadtviertel, in dem Angehörige der früher in Kehl stationierten französischen Armee wohnten. Die Anwohner erfuhren damals nach eigenen Angaben erst durch die Zeitung von dem Kauf.
Als sich dann der Sozialausschuss und der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats im Dezember vergangenen Jahres über den Bauantrag des islamischen Vereins berieten, löste das in der Stadt eine kontroverse und teilweise sehr polemische Diskussion aus. Die Stadträte hatten grundsätzlich nichts gegen den Bauantrag. Dieser sieht vor, den Grundriss des bestehenden Kinogebäudes nicht wesentlich zu verändern, es aber um zwei Etagen aufzustocken und mit einer Glaskuppel zu versehen. Entstehen sollen so ein Mehrzweckraum, ein Kurs- und Gebetsraum, jeweils getrennt für Männer und Frauen, eine Zwei-Zimmer-Wohnung sowie ein Gästeappartement. Daneben soll auf dem Grundstück ein 17,50 Meter hohes Minarett errichtet werden. Baurechtlich sei die Nutzung nicht zu beanstanden, befand der Ausschuss. Dem Baugesuch stimmte der Gemeinderat kurze Zeit später ebenfalls zu.


„Wir haben nichts gegen den Islam“

Die Baupläne riefen bei den Anwohnern allerdings heftige Proteste hervor, über Wochen waren die Leserbriefspalten auf den Lokalseiten der Kehler Zeitung nur vom geplanten Moschee-Bau bestimmt. Da wurden Befürchtungen laut wie „aus unserem christlichen Abendland wird ein Morgenland, in dem die Gesetze und Bräuche des Islams herrschen“, der Islam sei die „intoleranteste Religion unter allen Religionsgemeinschaften“, da war vom „Ausverkauf des christlichen Glaubens“ die Rede.
„Wir haben nichts gegen den Islam“, betont Karl Agostini, einer der betroffenen Anwohner und Sprecher der Ende Februar gegründeten „Bürgerinitiative Kreuzmatt“, die den Umbau des Kinos verhindern will. „Wir sind aber gegen den überdimensionalen Elefantenbau direkt vor unserer Nase“, betont Agostini. Gegen einen Gebetsraum in dem unveränderten Gebäude habe niemand etwas. Doch die Moschee werde doppelt so hoch. Außerdem befürchten die Anwohner Lärm, Umtrieb und Parkplatznot in der ruhigen Straße rund um die Moschee. „Weder die Stadt, noch der Islamische Verein hat uns Anwohner im Vorfeld informiert“, kritisiert Agostini. 
Murat Altintas, Leiter des Islamischen Vereins, ist von den Widerständen gegen den Moschee-Bau überrascht. Laut Bebauungsplan der Stadt sei die Nutzung zulässig. Der Bau sei notwendig, weil gerade an islamischen Feiertagen und beim Freitagsgebet der bisherige Gebetsraum zu wenig Platz bietet. Da sei das ehemalige französische Kino mit Platz für 200 Personen ideal. Der eigentliche Gebetsraum werde nur zehn Quadratmeter größer als der bisherige. „Uns geht es vor allem um Räume für unsere Jugendlichen, die sich immer wieder eigene Freizeitangebote wünschen“, sagt Altintas. Befürchtungen über Konflikte mit den vielen im Kreuzmatt-Viertel wohnenden Russlanddeutschen weist er zurück.
Von den 904 Bewohnern sind nach Angaben der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt 388 Aussiedler (43 Prozent), 264 Ausländer (29 Prozent), darunter 136 Muslime (15 Prozent), und 255 Alteingesessene (18 Prozent). „Wir sind 18 Jahre in Kehl und hatten noch nie mit der Polizei zu tun“, sagt Altintas. Auch das Verhältnis mit den Russland-deutschen sei nicht so schlecht, wie in Leserbriefen behauptet werde. Die Hälfte der 136 Gemeindemitglieder, die in der Nähe des Kinos wohnten, hätten Kontakt mit Aussiedlern. Altintas weist auch Befürchtungen zurück, das vom geplanten Minarett wie in den muslimischen Ländern der Gebetsruf ertönen könnte. „Für uns ist das Minarett ein Identifikationsmerkmal.“ Aus den teilweise sehr erregten Leserbriefen sehe er viel Unkenntnis und Vorurteile dem Islam gegenüber. „Wir waren entsetzt über die teilweise sehr feindseligen Reaktionen“, gesteht Altintas. 
Die evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden in Kehl stehen prinzipiell hinter dem geplanten Moscheebau. „Nach dem Prinzip der Religionsfreiheit ist das ihr gutes Recht, ihren Glauben hier auszuüben“, sagt Ditmar Gasse, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Kehl. „Es kann nicht sein, dass Menschen, die bereits in der dritten oder vierten Generation in Kehl leben, ihre Religion im Geheimen ausüben müssen.“ 


„Die Situation ist sehr schwierig“

Pfarrer Gerhard Bernauer, der grundsätzlich die Idee des Kulturzentrums unterstützt, hat jedoch etwas Bedenken bei der Wahl des Standorts: „Lieber wäre mir schon, wenn die Moschee an anderer Stelle errichtet werden würde.“ Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Russlanddeutschen in der Kreuzmatt in einer Ghetto-Situation lebten. So ein Klima eigne sich nicht für Einvernehmlichkeit. „Die Situation ist sehr schwierig. Ich wünsche mir, dass viel miteinander gesprochen wird, da sich die Diskussion in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt hat.“
Für Erich Jais, Leiter des Katholischen Bildungswerks Kehl und Rektor der Falkenhausen-Grundschule, war „diese entsetzliche Flugblattaktion“ Anlass, zwischen den Parteien zu vermitteln zu versuchen. Eine mit dem evangelischen Bildungswerk Offenburg veranstaltete Podiumsdiskussion im Gemeindezentrum der katholischen Pfarrei St. Johannes Nepomuk im Februar sollte dafür der Anfang sein, „um alle Fragen zu beantworten“, wie Jais sagte. Eingeladen waren der Architekt, ein Vertreter der Stadt, Islam-Experten aus Freiburg und Köln sowie ein katholischer und evangelischer Geistlicher aus Kehl. Der Gemeindesaal war mit mehr als 120 Besuchern brechend voll, die Stimmung äußerst gereizt – bis hin zum Zwischenruf einer Frau, die Muslime hätten doch alle Messer bei sich. Sie begründete das mit schlechten Erfahrungen in Kasachstan. Viele Zuhörer verärgerte, dass sie ihre Fragen nur schriftlich anbringen konnten und es keine richtige Gesprächsplattform gab. Einige Leserbriefschreiber beschwerten sich danach, ihre Fragen und Sorgen seien einfach weggebügelt worden.
„Die Veranstaltung war sehr nötig, wir christlichen Gemeinden mussten den Stein ins Wasser werfen“, sagt Erich Jais rückblickend. Er hätte sich gewünscht, dass die Stadtverwaltung das Thema schon früher aufgegriffen hätte. Es gibt für ihn Nachholbedarf auf beiden Seiten. Die Kehler wüssten zu wenig vom Islam, aber auch der Islamische Verein müsse mehr informieren.
Um das Gespräch zwischen Christen und Muslime in Kehl voranzubringen, initiierte Jais Ende Februar einen „Arbeitskreis Christen und Muslime Kehl“. „Wir müssen wegen der Brisanz und der Schwierigkeit des Themas weiter das Gespräch suchen“, sagt er. Der Arbeitskreis soll „ein Element der Begegnung“ schaffen, die Teilnehmer sollen sich auch persönlich kennen lernen. Bislang habe sich der Kreis dreimal getroffen.

Ein neuer Bauantrag wird eingereicht

Der Islamische Verein in Kehl will nun einen neuen Bauantrag bei der Stadt einreichen – zunächst für ein Gebäude ohne Kuppel und Minarett. Laut Baubürgermeister Jörg Armbruster hat der Islamische Verein das Recht, das Kinogebäude für kirchliche, kulturelle und soziale Zwecke zu nutzen. Der Bebauungsplan weise die Kreuzmatt als „allgemeines Wohngebiet“ aus. Das erste Baugesuch sei in einigen Fällen über die Bestimmungen des jetztigen Bebauungsplans hinausgegangen, der die Traufhöhe von Gebäuden auf sieben Meter und die Firsthöhe auf elf Meter festsetzt. Letztere würde von der geplanten Kuppel um einen Meter und vom Minarett um sechseinhalb Meter übertroffen. Probleme gibt es auch noch mit den beantragten Parkplätzen, für die der Bebauungsplan geändert werden müsste. 

Jürgen Lorey